Hafer – Die Arzneipflanze des Jahres 2017

Dienstag, 28. Februar 2017 21:30

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg hat für das Jahr 2017 den Hafer (Avena sativa) als Arzneipflanze des Jahres ausgezeichnet.

Hafer war ursprünglich eine sekundäre Kulturpflanze, die zunächst als unerwünschter Begleiter von anderen Getreidearten auftrat. Erst später (100 v. Chr.) erkannte man sein breites Einsatzspektrum und baute ihn an.

Der Hafer besteht gleich aus drei verschiedenen Heilmitteln: Haferkraut (Avenae herba), Haferstroh (Avenae stramentum), und der Haferfrucht (Avenae fructus).

Haferkraut (Avenae herba)

Noch bevor das Getreide blüht, wird es abgeerntet, um das Haferkraut optimal nutzen zu können. Haferkraut hat einen hohen Anteil an Saponinen, Mineralien und entzündungshemmenden Flavonoiden.

Zubereitungen aus Haferkraut verwendet man bei Angst- und Spannungszuständen. Sie wirken beruhigend und schlaffördernd, teilweise auch krampflösend und entspannend. Auch bei Hauterkrankungen, Bindegewebsschwäche und Blasenschwäche findet Haferkraut Verwendung. Außerdem soll Hafertee den Harnsäurespiegel des Blutes senken.

Haferstroh (Avenae stramentum)

Durch den hohen Anteil an Kieselsäure wird das Haferstroh gerne als Bad aufbereitet. Diese Bäder wirken Juckreiz lindernd. In der Volksmedizin nutzt man die Bäder auch bei Gicht, Rheuma, Lebererkrankungen und bei Hautleiden.

Haferfrüchte (Avenae fructus)

Das Haferkorn kennen wir in der Küche in Form von Haferflocken, Hafergrütze, und als Hafermehl. Mittlerweile wird auch die Hafermilch immer beliebter. Das vollreife Korn enthält viele lösliche Ballaststoffe und hat einen hohen Anteil an Mineralstoffen, Vitaminen und Proteinen.
Hafer enthält viele leicht verdauliche Kohlehydrate, sodass er ein schneller Energielieferant ist, aber trotzdem leicht verdaulich.

Haferdrink

Haferdrink

Die im Haferkorn enthaltenen Schleimstoffe quellen in Berührung mit Wasser auf. Diese Eigenschaft macht man sich bei Entzündung der Magenschleimhaut zunutze, weil sich die Schleimstoffe als schützender Film auf die angegriffene Schleimhaut legen. Für Vegetarier ist das Haferkorn ein guter Eisenlieferant. Das enthaltene Biotin ist wichtig für Haare und Nägel. Zink wirkt entzündungshemmend und unterstützt die reine schöne Haut. Hafer wirkt außerdem Cholesterin-Spiegel-senkend.

Hafer wird immer beliebter in unserer Küche. Ein Trend-Frühstück ist zum Beispiel Porridge, wobei Haferflocken als Grundzutat dienen. Ganz oft finden wir Haferflocken bei den Eat-smarter Rezepten.

Porridge

Porridge

Auch „äußerlich“ ist Hafer trendy. So finden wir immer öfter Haferauszüge in Shampoos. In England wird eine Hautcreme gegen Sonnenbrand produziert, die Haferschleim enthält. Als Bad wird das Haferstroh als Sud aufbereitet. Man kocht 100g Haferstroh in drei Liter Wasser ungefähr 20 Minuten, seiht es ab und gibt es dem Badewasser zu.

In der Homöopathie hat der Hafer ebenfalls eine große Bedeutung. Verarbeitet wird hier die blühende Haferpflanze mit Blüte, Blättern und Stängeln.

Wen der Hafer sticht

Jeder kennt das Sprichwort „Dich hat wohl der Hafer gestochen“. Was steckt dahinter? Psychotrope Substanzen wirken auf das zentrale Nervensystem. Hafer enthält den Weckaminen ähnliche Stoffe, die sich positiv auf die Stimmung auswirken und dazu beitragen können, die Wintermüdigkeit zu vertreiben.

Also dann, ran an den Hafer!

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

Fieber

Dienstag, 31. Januar 2017 18:05

Unsere Temperatur soll im Inneren unseres Körpers (Rumpf und Kopf) einen Wert von 37°C haben. Bei Abweichungen von dieser Temperatur setzen unsere Thermorezeptoren, oder vereinfacht ausgedrückt, unsere Temperaturfühler bestimmte Steuersignale. Ein Beispiel: Durch körperliche Belastung entsteht Wärme. Die Hautdurchblutung wird angeregt, es kommt zu vermehrter Schweißbildung, die überschüssige Wärme wird abgeführt. Bei eisigen Temperaturen wird die Wärmeabgabe gedrosselt. Die Gefäße ziehen sich zusammen, und die Wärmeproduktion wird angeregt.

Unter Fieber versteht man eine Regulation der Körpertemperatur auf einem höheren Temperaturniveau. Fieber ist eine Begleiterscheinung fast aller Infektionen. Mikroorganismen, Bakterien, aber auch Viren können Fieber auslösen. Die Mediziner sprechen von Fieber, wenn die rektal gemessene Körpertemperatur auf 38 Grad Celsius oder darüber ansteigt. Der Organismus versucht, die Erreger, die für die zugrundeliegende Infektion oder Entzündung verantwortlich sind, abzuwehren. Aktuelle Forschungen zeigen, dass Temperaturen über 38,5°C die Vermehrung vieler Bakterien und Viren hemmt. Die Fresszellen (Phagozyten) arbeiten am besten bei Temperaturen zwischen 39 und 40 Grad Celsius.

Abwarten oder nicht?

In der Regel ertragen kleine Kinder hohe Temperaturen besser als Jugendliche oder Erwachsene. Ob und wie lange ein Fieber ohne fiebersenkende Medikamente toleriert werden kann, hängt immer vom Befinden der fiebernden Person ab. Ab 40°C sollte der Fieberverlauf regelmäßig kontrolliert werden. Grundsätzlich muss bei jedem Fieber, das länger als drei Tage über 39°C anhält ein Arzt hinzugezogen werden. Auch bei drastischen Verschlechterungen des Säuglings, bei älteren oder geschwächten Menschen, oder wenn zu dem Fieber Erbrechen, Krämpfe, Durchfall, Schmerzen oder Atemnot hinzukommen, immer zum Arzt!

Fieber senken

Wenn sich sowohl das Gesicht, die Stirn, als auch die Beine warm anfühlen, lässt sich die Temperatur mit Wadenwickeln um ein bis zwei Grad Celsius senken. Dazu wird jede Wade einzeln mit einem warmen, nassen, gewrungenen Küchenhandtuch umwickelt. Die Wickeln dürfen nicht kalt sein, weil der Körper auf Kältereize mit Wärmeentwicklung reagiert. Die Beine mit den gewrungenen Tüchern werden nochmal mit einem trockenen Frottierhandtuch umwickelt. Diese Wickel sollte vom Fußgelenk bis kurz unter das Knie reichen. Die Füße sollten in warme Socken gepackt werden. Bettruhe muss eingehalten werden. Zudecken ab Knie aufwärts, damit genügend Wärme abgeleitet werden kann. Die Wadenwickel wird alle 15-20 Minuten erneuert, und zwar über eine Zeit von zwei Stunden.

Wenn die fiebernde Person fröstelt, keine Wadenwickel machen!

Solange die Patienten nicht merklich unter dem Fieber leiden, kann man auf fiebersenkende Medikamente verzichten. Starkes Schwitzen sorgt für Flüssigkeitsverlust. Deswegen trinken Sie viel. Mineralwasser oder ungesüßter Tee bieten sich an.

Fiebersenkende Medikamente

sind dann angebracht, wenn sich der Allgemeinzustand deutlich verschlechtert, die Person stark erschöpft wirkt, oder über Gelenk– oder Muskelschmerzen klagt.

Für den Notfall, gerade in Haushalten mit Kindern, sollten fiebersenkende Medikamente vorrätig sein. Geeignet sind fiebersenkende Zäpfchen, weil sie nicht geschluckt werden müssen. Die Wirkstoffe Ibuprofen und Paracetamol sind in verschiedenen Wirkstoffstärken als Zäpfchen erhältlich. Beide wirken nicht nur fiebersenkend, sondern auch schmerzstillend. Ibuprofen hemmt zudem Entzündungen. Beide Wirkstoffe sind auch als Saft erhältlich.

Alternativ gibt es auch homöopathische Zäpfchen. Sie enthalten Wirkstoffe aus der Kamille und Tollkirsche und andere Bestandteile. Man kann sie zur Linderung der mit Fieber einhergehenden Symptome wie Unruhe, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen einsetzen.

Wo und womit wird gemessen?

Die früher verwendeten quecksilberhaltigen Glasthermometer dürfen seit April 2009 in der EU nicht mehr verkauft werden. Heute sind elektronische Digitalthermometer und Schnullerthermometer im Angebot, Infrarot Ohr- und -Stirnthermometer, und Glasfieberthermometer, die als Messflüssigkeit Galinstan enthalten.

Die normale Körpertemperatur variiert je nachdem, wo gemessen wird.

Digitalthermometer

Digitalthermometer

Rektal:
Diese Messung empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit grundsätzlich für kleine Kinder. Dabei sollten die Kinder auf dem Rücken oder auf der Seite liegen. Gemessen wird mit einem Glasfieber oder Digitalthermometer. Das Thermometer wird mindestens einen Zentimeter in den Enddarm eingeführt, und festgehalten. Vaseline oder Babycreme an der Kuppe des Thermometers erleichtert das Einführen.

Axillar:
Unter der Achselhöhle (axillar) wird die Oberflächentemperatur bestimmt. Der Arm muss eng gegen den Körper gepresst werden, sonst ist die Temperatur durch die Umgebungstemperatur verfälscht. Die Werte beim Erwachsenen liegen 0,5-1,5 Grad Celsius niedriger als bei der rektalen Messung. Die Fiebermessung unter der Achselhöhle ist die ungenaueste Messung.

Bukkal und sublingual:
Die Messung erfolgt im Mund. Bukkal bedeutet in der Backentasche, sublingual bedeutet unter der Zunge. Beide Messungen liegen in der Regel 0,3-0,8°C unter der rektalen Messung. Die sublinguale Messmethode ist der bukkalen vorzuziehen.

Schnullermessung:
ist zu ungenau, weil nur im vorderen Mundbereich gemessen wird. Außerdem spucken Kinder den Schnuller oft aus.

An der Stirn:
Das Stirnthermometer misst über Infrarot die Wärme, die von der Haut über dem Augenbrauenbereich und dem umgebenden Gewebe abgeführt wird. Inzwischen gibt es hier auch berührungsfreie Varianten. Diese Art der Messung ist bequem, schnell, recht genau, und man kann sie auch am schlafenden Patienten durchführen.

Im Ohr:
Infrarotsensoren des Ohrthermometers messen die vom Trommelfell und dem umliegenden Gewebe abgebende Wärme, und rechnen diese auf die Körperkerntemperatur um. Die Sensoren müssen das Trommelfell richtig treffen können. Dazu muss die natürliche Krümmung des Gehörgangs begradigt werden, indem das Ohr gerade nach hinten gezogen wird. Bei Kindern ab einem Jahr und bei Erwachsenen muss das Ohr gleichzeitig nach hinten und oben gezogen werden. Das Thermometer wird dann gerade, und die Thermometerspitze vollständig in den Gehörgang eingeführt. Ohrenschmalz kann das Ergebnis verfälschen, oder wenn die Person vorher auf dem Ohr gelegen hat. Für Neugeborene und bei Mittelohrentzündung ist die Messmethode ungeeignet. Wenn sonst alle Anwendungshinweise genau eingehalten werden, misst das Ohrthermometer recht genau.

Kommen Sie Fieberfrei durch die kalte Jahreszeit!

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

Kinder und Durchfall

Samstag, 31. Dezember 2016 0:55

Immer häufiger hören wir, das Personen an Brech-Durchfall erkranken. Oft ist es tatsächlich eine Infektionskrankheit, der Norovirus. Kinder erkranken sehr häufig an Durchfall, weil der Virus über den Mund übertragen wird, und ständige Handdesinfektion bei Kindern fast unmöglich ist. Nicht immer handelt es sich um eine bakterielle Infektion, und nicht immer ist ein Arztbesuch nötig.

Was ist bei Durchfall zu beachten?

Der Flüssigkeitsumsatz bei einem Kind ist drei bis viermal höher als bei einem Erwachsenen. Bei einem Durchfall wird viel Wasser mit vielen Elektrolyten ausgeschieden. Damit es nicht zu Austrocknungen und Mineralstoffverlusten kommt ist schnelles Handeln wichtig.

Bei gleichzeitigem Erbrechen sollten Säuglinge und Kleinkinder zur Sicherheit vom Kinderarzt untersucht werden. Ältere Kinder denen außer dem Durchfall nichts fehlt, können zu Hause behandelt werden.Voraussetzung ist, dass der Durchfall nicht länger als 24 Stunden besteht, und kein Fieber, Erbrechen oder Bauchkrämpfe auftreten. Bereits bestehender Flüssigkeitsmangel macht sich bemerkbar durch dunkel gefärbten Stuhl, trockene Lippen, und extreme Schlappheit. Durchfall tritt auch als Nebenwirkung auf, bei Antibiotika-Einnahme.

Um eine Austrocknung zu vermeiden, muss das Kind viel trinken. Am besten eignet sich stilles Wasser oder Kamillentee, zugegeben nicht gerade die Lieblingsgetränke von Kindern. Leider erinnern wir uns auch gerne an den uralten Tipp Cola und Salzstangen. Damit tun wir unserem Kind allerdings keinen Gefallen, denn Salz, Zucker und Kohlensäure reizen den ohnehin schon erkrankten Verdauungsapparat. Gekochte Möhren, Reis, Bananen oder Zwieback ist die geeignete Schonkost. Auf Milchprodukte sollte man in der Durchfall-Phase auch verzichten.

Elektrolyt-Präparate wie z.B. Oralpaedon oder Elotrans versorgen den Körper optimal mit den verloren gegangenen Elektrolyten, werden in Wasser aufgelöst und sind in mehreren Geschmacksrichtungen erhältlich. Das Präparat Infectodiarrstop LGG enthält eine Kombination aus Elektrolyten und Lactobacillus-Kulturen. Dieses Pulver wird ebenfalls in Wasser eingerührt und getrunken.

Präparate bei Durchfall

Präparate bei Durchfall

Bei einem chronischen Durchfall ist die Darmflora gestört. Oft ist das die Begleiterscheinung einer längeren Antibiotika-Therapie. Probiotische Bakterienkulturen stärken die Darmflora schnell wieder. Es befinden sich zahlreiche Präparate im Handel, die für Kinder ab zwei Jahren geeignet sind. Sprechen Sie uns drauf an.

Zu viel Stress, Angst oder erlittenen Traumata können auch Durchfall auslösen. Hier nutzt es natürlich nichts, nur den Durchfall zu behandeln. Bewährt hat sich bei Durchfall durch Lampenfieber z.B. vor Prüfungen das homöopathische Mittel Argentum nitricum D12. In der Homöopathie gibt es verschiedene angstlösende und beruhigende Präparate die wir zusammen mit Ihnen speziell für Ihren Fall besprechen werden.

Hinter einer Durchfallerkrankung können sich unter Umständen Vergiftungen, Viruserkrankungen oder bakterielle Infektionen verbergen. Deswegen beobachten Sie genau, und handeln Sie schnell.

Wenn sich das Allgemeinbefinden verschlechtert, sich Blut im Stuhl befindet, oder ihr Kind Fieber bekommt, ist ein Arztbesuch selbstverständlich.

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

Halloween und Prostata?

Mittwoch, 2. November 2016 13:01

In der Nacht vor Allerheiligen wird mittlerweile auch bei uns in Deutschland Halloween gefeiert. Es klingelt an der Tür, kleine Monster mit kunstvoll geschnitzten Kürbisgrimassen stehen dort und verlangen Süßes oder Saures. Ursprünglich sollten mit den Fratzen böse Geister vertrieben werden, heute nimmt man den alten Brauch eher als Anlass, sich zu verkleiden und ein Fest zu feiern.

Was man um diese Jahreszeit jedenfalls nicht übersehen kann, ist der Kürbis. Und hier haben wir den Zusammenhang mit der Prostata, denn der gemeine Gartenkürbis (Cucurbita pepo) zählt mit zu den Heilpflanzen. Als Arznei werden die Kürbiskerne genutzt. In dem Kürbissamen sind Phytosterole enthalten, die hormonähnlich wirken.

Kürbiskerne

Kürbiskerne

Bei Laborversuchen wurde die Bildung von Dihydrotestosteron gedrosselt. Dieses körpereigene Hormon bildet sich aus dem männlichen Testosteron und es wird vermutet, dass es bei der Entstehung einer gutartigen Prostatavergrößerung eine wichtige Rolle spielt.

Außerdem enthalten die Samen reichlich fettes Öl, Vitamin E und Selen.

In der Apotheke werden Zubereitungen aus Kürbissamen angeboten, die gegen Prostatabeschwerden helfen sollen, wie z.B. beim Wasserlassen.

Trotzdem sollten Sie die Symptome einer gutartigen Prostatavergrößerung vom Arzt untersuchen lassen. Ihr Arzt kann die Ursachen abklären und eine entsprechende Therapie mit ihnen besprechen.

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

Kümmel – Die Arzneipflanze des Jahres 2016

Montag, 1. August 2016 7:06

Der Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg legt jedes Jahr eine andere anerkannte Heilpflanze fest. Damit soll die wissenschaftliche Bedeutung der Arzneipflanzen als wirksame Medizin stärker ins Bewusstsein gerückt werden. Dieses Jahr ist es der echte Kümmel.

Echter Kümmel (Carum carvi), auch einfach Kümmel, oder Wiesenkümmel oder gemeiner Kümmel ist eines der ältesten Gewürze. Die Pflanze stammt aus Kulturen vor allem in Polen, Holland, Ostdeutschland und Ägypten. Für den Anbau von Kümmel sind lehmige Böden gut geeignet. Die Aussaat der Deckfrucht wird im März durchgeführt. Nach ein bis drei Wochen keimt der Samen.

Kümmelsamen

  Kümmelsamen

Kümmel ist eine sommergrüne Pflanze, die 30 bis 80 Zentimeter hoch wächst. Bei sehr günstigen Bedingungen wird sie sogar 1,20 Zentimeter hoch. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Die Samenreife beginnt im Juni bis August. Die Ernte der Früchte erfolgt meistens vor der Vollreife, weil dann der Gehalt an aetherischem Öl am höchsten ist. Der Hauptwirkstoff des aetherischen Öles ist das intensiv riechende Carvon, sowie Limonen.

Verwendung in der Küche

Kümmelsamen macht viele schwer verdauliche Speisen wie z.B. Kohl bekömmlicher. Außerdem verfeinert er als Gewürz viele Gerichte. Kümmelsamen ist auch für den charakteristischen Geschmack vieler Spirituosen beliebt.

Die Blätter des Kümmels sind vom Geschmack her milder, und werden gerne in Salaten und Suppen verwendet. Die Wurzeln können als Gemüse gekocht werden.

Sollten die Kümmelsamen im Essen stören, gibt man nach dem Teebeutelprinzip beim Kochen einfach ein kleines Kümmelsäckchen dazu, das später wieder entfernt wird.

Verwendung als Heilpflanze

Früher wie heute schätzt man seine verdauungsfördernde Wirkung. Kümmelöl entspannt im Verdauungstrakt die Muskulatur und wirkt damit Völlegefühl und Blähungen entgegen. Außerdem bewirkt es, dass mehr Magensäure ausgeschüttet wird. Dadurch ist Kümmel appetitanregend. Durch seine krampflösenden Eigenschaften wirkt es bei leichten Krämpfen im Magen-, Darm- und Gallenbereich, und bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden.

Anthroposophisches Mittel mit aetherischem Öl aus dem Kümmelsamen

  Anthroposophisches Mittel mit aetherischem Öl aus dem Kümmelsamen

Kümmelöl wirkt antimikrobiell, so dass es auch in Mundwässern und Zahncremes sinnvoll eingesetzt wird. Schlechter Mundgeruch wird gehemmt, indem man einige Kümmelfrüchte kaut.

Bei Babys, die unter Bauchkrämpfen und Blähungen leiden, wird Kümmelöl stark verdünnt mit einem fetten Öl wie z.B. Mandel- oder Olivenöl zur Bauchmassage genommen.

Als Tee wird Kümmel häufig mit Anis und Fenchel kombiniert. Dieser Tee regt die Milchbildung an, deshalb trinken ihn junge Mütter gerne.

Getrockneter Kümmelsamen als Teezubereitung

Bei leichten krampfartigen Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Blähungen und Völlegefühl, sowie bei nervösen Herz-Magen-Beschwerden:

  • 1 – 5 g zerstoßene Samenkörner auf 150ml frisch aufgekochtes Wasser
  • 10 – 15 Minuten ziehen lassen
  • Erwachsene: 1-3 mal täglich 1 Tasse
  • Säuglinge: Verdünnung der Erwachsenendosis 1:1

In vielen altbewährten Fertigarzneimitteln ist das aetherische Öl aus dem Kümmelsamen enthalten. Hier nur einige bekannte Produkte:

– Iberogast Tropfen
– Carmenthin Weichkapseln
– Bolus alba comp. Pulver
– Carum carvi Kinderzäpfchen
– Sidroga Tee Bäuchlein-Bär, oder Fenchel-Anis-Kümmel

Fertigarzneimittel mit aetherischem Öl aus dem Kümmelsamen

  Fertigarzneimittel mit aetherischem Öl aus dem Kümmelsamen

Sehr selten kann Kümmel eine allergische Reaktion auslösen. Babys und Kleinkinder können mit Atemnot reagieren, wenn das konzentrierte Öl in die Nähe von Nase und Mund kommt. Asthmatiker sollten auch vorab mit ihrem Arzt abklären, ob sie entsprechende Mittel einnehmen dürfen. Inhalationen können evtl. einen Asthmaanfall auslösen.

Wenden Sie Kümmelöl nicht konzentriert an. Es kann zu Schleimhaut-und Hautreizungen führen.

Vorsicht!
Kümmel sieht den giftigen Schierlingsfrüchten ähnlich, deswegen sammeln Sie nicht selbst, wenn Sie unsicher sind!

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

Wie gefährlich sind Pfeffersprays?

Donnerstag, 19. Mai 2016 20:01

Man liest immer wieder Schlagzeilen wie: „Tragödie in New Jersey – Junge (4) erschießt Spielgefährten“ oder „Am Wochenende erschoss ebenfalls Vierjähriger versehentlich eine Frau“.

So wie in den USA ist es in Deutschland nicht, aber seit der Silvesternacht 2016 ist der Kauf von Pfeffersprays derart in die Höhe geschnellt, dass die Sprays teilweise ausverkauft waren. Doch kennt auch jeder der Käufer die Gefahr, die von Pfefferspray ausgeht?

Der enthaltene Wirkstoff Oleoresin Capsicum (OC) wird aus Capsaicin gewonnen. Er reizt die Nervenendigungen in der Bronchialmuskulatur und verursacht Hustenreiz. Asthmatiker sind besonders gefährdet, weil ihre Atemwege ohnehin dazu neigen, sich zu verengen und ihre Bronchialmuskulatur leicht verkrampft. Wenn Asthmatiker Pfefferspray einatmen, kann es zu einem lebensbedrohlichen Asthmaanfall und zu einem Stimmritzenkrampf kommen.

Personen mit zu hohem Blutdruck haben beim Einatmen von Pfefferspray ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt. Außerdem verursacht Pfefferspray ein schmerzhaftes Brennen auf der Haut und in den Augen. Die Bindehaut schwillt an, es kann eine vorübergehende Erblindung eintreten. Die Wirkung klingt aber nach ein paar Stunden wieder ab. Allerdings können Hornhautentzündungen mehrere Wochen bestehen.

Seit der Silvesternacht 2016 ist der Kauf von Pfeffersprays in die Höhe geschnellt

  Seit der Silvesternacht 2016 schnellte der Pfefferspray-Absatz in die Höhe

Pfefferspray ist nur zur Tierabwehr zugelassen und darf nur an Personen über 14 Jahren abgegeben werden. Eine vorsätzliche Anwendung beim Menschen – also keine Notwehrsituation – ist strafbar.

Ein anderes Mittel ist das Verteidigungsspray. Es enthält den chemischen Stoff Chlorbenzyliden-Malonsäuredinitril (CS). Die Wirkung ist mit der des Pfeffersprays zu vergleichen.

Beide Sprays haben einen patentierten Panikverschluss. Und gerade weil in Notsituationen Panik entsteht, ist die Gefahr groß, dass sich der Anwender selbst verletzt. Die Anweisung auf der Verpackung lautet, dem Angreifer aus 1-1,5 Metern Entfernung ins Gesicht sprühen. Doch was, wenn Gegenwind herrscht? Ist man dann in der Lage, den Angreifer in eine andere Position zu bringen? Und was, wenn der Angreifer geistesgegenwärtig das Spray an sich reißt?

Um die Reizstoffe zu neutralisieren, sollten die benetzten Stellen unter kaltes fließendes Wasser gehalten werden. Keinesfalls reiben, denn dadurch reizt man die Haut unnütz. Dies gilt auch für die Augen.

Vielleicht ist die Erkenntnis, dass man im Notfall etwas zur Abwehr in der Jackentasche hat, ja auch schon ausreichend. Gefahrenzonen meiden ist die bessere Strategie.

Thema: Apothekerinnentag, Nur mal so | Kommentare (0)

Rauchst du noch oder lebst du schon?

Sonntag, 1. Mai 2016 0:25

Endlich Wochenende. Ich möchte mich von der Arbeit erholen, und ein paar Tage mit dem Zug verreisen. Gut gelaunt packe ich meine Reisetasche und studiere schon mal den Zugfahrplan. Plötzlich überfällt mich der Gedanke, wann ich denn meine nächste Zigarette rauchen kann. In der heutigen Zeit herrscht Rauchverbot im Taxi, auf dem Bahnhof, und mittlerweile auch in den Zügen. Fast kommt Panik bei mir auf. Statt mich auf das schöne Wochenende zu freuen, quält mich mal wieder meine Nikoninsucht.

Fluppe, Ziggi, Glimmstängel, Sargnagel, Kippe, Nikotinstäbchen, Zichte. Alles Synonyme für etwas, was sowohl Genuss als auch Leiden schafft. Der Begriff Sargnagel trifft den Nagel auf den Kopf wenn man bedenkt, was alles in einer Zigarette steckt. Etwa 3800 verschiedene Stoffe finden wir im Tabakrauch, und davon sind ungefähr 40 krebserregend. Sogar radioaktive Stoffe sind in einer Zigarette enthalten. Erstaunlich, nicht wahr?

Einige Stoffe – erwähnt sei hier das Acetaldehyd – erhöhen sogar die Suchtwirkung um das Doppelte.

Stopp das Rauchen

  Stopp das Rauchen

Wer die Ausstellung „Körperwelten“ kennt, weiß was unter dem Begriff der Raucherlunge zu verstehen ist. Bei einem täglichen Konsum von etwa 20 Zigaretten hat ein Raucher nach einem Jahr eine Tasse voll Teer in der Lunge. Eine beunruhigende Vorstellung.

Wir wollen hier nicht allzu viel über die Gefahren des Rauchens schreiben, denn Winston Churchil sagte einmal sehr treffend: „Ein leidenschaftlicher Raucher, der immer von der Gefahr des Rauchens liest, hört in den meisten Fällen auf – zu lesen!“

Bei vielen Jugendlichen ist es zur Zeit „trendy“ in einer gemütlichen Sitzung eine Wasserpfeife (Shisha) zu rauchen. Wer allerdings denkt das sei eine harmlose Alternative zum Zigaretten rauchen, irrt gewaltig. Sowohl die gesundheitsschädlichen als auch die süchtigmachenden Substanzen sind im Rauch der Wasserpfeife zu finden. Bei so einer gemütlichen Sitzung wird laut WHO so viel Rauch wie von 100 Zigaretten inhaliert.

Was geht bei einem Raucher im Kopf vor?

Während des Rauchens passiert im Gehirn einiges, und zwar ganz schnell. Das Nikotin gelangt gebunden an Teerteilchen mit dem inhalierten Rauch in die Lunge. Während der Teer in der Lunge verbleibt, gehen die Nikotin-Moleküle weiter ins Blut und von da aus in Richtung Gehirn. Ganze sieben Sekunden sind bis zum Erreichen des Gehirns vergangen. Nikotin-Moleküle suchen sich bestimmte Andockstellen (Rezeptoren). Hier passen sie wie ein Schlüssel in ein Schloss, und bewirken die Freisetzung des Botenstoffes Dopamin, ein Stoff, der Teil unseres eigenen Belohnungssystems ist. Es entsteht ein Glücksgefühl, und dieses Gefühl möchten wir möglichst oft wiederholen.

Dass es überhaupt zur Sucht kommt, hängt mit diesem Glücksgefühl zusammen. Alle Suchtmittel aktivieren das Belohnungssystem im Gehirn. Dieses überlebenswichtige System verbindet Dinge wie Essen, Trinken, Sex, soziale Bindungen mit einem Lustgefühl. Drogen schaffen das leider auch. Nikotin ist übrigens eine der am schnellsten süchtig machende Droge. Im Verlauf der Sucht nimmt die Anzahl der Andockstellen im Gehirn zu, gleichzeitig werden sie aber unempfindlicher. In der Folge brauchen wir mehr Nikotin um alle Andockstellen zu besetzen, damit möglichst viel Dopamin produziert wird. Immer wieder möchten wir dieses Glücksgefühl. Es scheint so, als ob die Sucht in unser Gehirn einprogrammiert wäre, und es ist gar nicht so einfach, dieses Programm wieder zu löschen.

Rauchstopp lohnt sich immer!

Was passiert in meinem Körper, wenn ich mir das Rauchen abgewöhne?
Nikotin macht sowohl körperlich als auch psychisch abhängig. Daher können auch körperliche Beschwerden auftreten, wenn die vielen Rezeptoren im Gehirn wie hungrige Mäuler auf Nikotinnahrung warten und wir sie verhungern lassen. Da Sucht bei verschiedenen Menschen auch verschieden ausgeprägt ist, kann der eine vorübergehend starke Beschwerden haben, während der andere wenig merkt.

Folgende Beschwerden können auftreten:

  • Angst / Unruhe
  • Schlechte Laune / Reizbarkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Gier nach Zigaretten

Während die körperlichen Symptome recht schnell wieder abklingen, ist unsere Psyche schwerer zu besiegen. Meist ist es eine ganz bestimmte Zigarette, auf die man besonders ungern verzichtet. Das kann die erste Zigarette am Morgen sein, die nach dem Essen, nach dem Sex, oder auch die in einer geselligen Runde. Für die meisten ist es auch schwer, andere rauchen zu sehen und etwas von dem Rauch abzubekommen. Da hilft dann leider nur die Vermeidungsstrategie.

Rauchstopp lohnt sich immer

  Rauchstopp lohnt sich immer

Die meisten Medikamente zur Raucherentwöhnung enthalten genau den Suchtstoff, von dem Sie entwöhnen wollen: Das Nikotin. Dafür enthalten sie keine anderen schädlichen Begleitsubstanzen wie Teer, Blausäure, Benzol, Kohlenwasserstoffe und viele andere die wir mit jeder Zigarette aufnehmen.

Hilfen für ein rauchfreies Leben bei starker körperlicher Abhängigkeit

Nikotinpflaster

Die Pflaster gibt es in verschiedenen Wirkstärken. Sie richtet sich nach dem jeweiligen Rauchverhalten. Ein Raucher, der mehr als 20 Zigaretten täglich über Jahre geraucht hat, sollte immer mit dem stärksten Pflaster beginnen. Nur so bekommt er seine Entzugssymptome in den Griff und kann sich darauf konzentrieren, die psychische Abhängigkeit zu bekämpfen. Dann wird allmählich herunterdosiert. Diese Methode ist eine absolute STOPP-Methode. Sobald das erste Pflaster klebt, darf nicht mehr geraucht werden. Sonst bekommt man zu viel Nikotin ab. Deshalb eignen sich die Pflaster auch nicht dazu, auf Langstreckenflügen das Rauchverlangen zu mildern. Schließlich rauchen die meisten Raucher sofort nach der Ankunft die heiß ersehnte Zigarette.

Nikotinkaugummis

Die Kaugummis sind hervorragend geeignet für diejenigen Personen, die nicht abrupt mit dem Rauchen aufhören wollen sondern langsam abdosieren möchten. Da es die Kaugummis jetzt auch mit 4 Milligramm Nikotin gibt, können auch starke Raucher (mehr als 20 Zigaretten) ihr Verlangen stillen. Für Personen mit einem unregelmäßigen Rauchverhalten reichen Kaugummis mit 2 Milligramm Wirkstoff. So lässt sich die ein oder andere Zigarette ersetzen, die man seinen Kollegen nicht vorrauchen will oder darf.

Sie können sogar wählen, ob der Kaugummi nach Früchten oder Pfefferminz schmecken soll. Es gibt auch die Geschmacksrichtungen „freshmint“ und „classic“.

Achtung! Die richtige Kautechnik ist entscheidend: Die Kaugummis müssen langsam gekaut werden, bis ein pfeffriger Geschmack entsteht. Ist der Geschmack da, wird der Kaugummi in der Backentasche geparkt, bis der Geschmack wieder nachläßt. Dann wird wieder gekaut. Diese Prozedur wird dreißig Minuten durchgeführt. Danach darf dreißig Minuten nicht geraucht werden. Die Höchstdosis liegt bei sechzehn Kaugummis pro Tag.

Nikotinlutschtabletten

Diese Variante ist einfach und diskret. Wie bei den Kaugummis wird das Nikotin über die Mundschleimhaut aufgenommen. Die Tabletten werden unter die Zunge gelegt, das lästige Kauritual entfällt. Nach zwanzig bis dreißig Minuten hat sich die Tablette aufgelöst. Sie kann aber auch früher herausgenommen werden. Auch hier ist eine Anwendung pro Stunde erlaubt.

Wie bei allen Medikamenten gibt es auch bei den Nikotinpräparaten Erkrankungen, bei denen sie nicht eingesetzt werden sollten.
Dazu gehören:

  • Ein frischer Herzinfarkt
  • Schwere Herzrhythmusstörungen
  • Ein vor kurzem aufgetretener Schlaganfall
  • Andere Gefäß- und Hauterkrankungen
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Insulinpflichtiger Diabetes
  • Magen-Darm-Geschwüre

Sollten solche Risikoerkrankungen bestehen, muss auf jeden Fall der behandelnde Arzt mit einbezogen werden. Dass man bei solchen Erkrankungen sowieso nicht rauchen sollte, versteht sich von selbst.

Rauchfreies Leben

  Rauchfreies Leben

Nikotinfreie Methoden zur Raucherentwöhnung

Bupropion

wurde ursprünglich als Antidepressivum eingesetzt. Durch Zufall fand man heraus, dass die Personen, die dieses Mittel unter Aufsicht eingenommen haben, die Lust am Rauchen verloren.

Was macht Bupropion?

Bupropion hält die Konzentration von Dopamin im Gehirn wird konstant. Somit kommt es zu keinen Entzugssymptomen. Das Mittel besetzt nicht die gleichen Rezeptoren wie das Nikotin, daher ist keine suchtauslösende Wirkung da. Leider hat Bupropion gravierende Nebenwirkungen und wird deshalb nicht mehr oft eingesetzt. Bupropion ist verschreibungspflichtig.

Vareniclin

Eine recht neue Tablette, deren Wirkstoff an den gleichen Bindungsstellen andockt wie die Nikotin-Moleküle. Es wird ebenfalls Dopamin freigesetzt, aber nicht so viel wie bei Nikotin. Da unser Belohnungssystem also nicht ganz ausgeschaltet wird, werden die Entzugssymptome gemildert. Noch etwas passiert durch den Wirkstoff Vareniclin: Wird eine Zigarette geraucht, bleiben die positiven Gefühle aus, weil Vareniclin die Nikotin-Moleküle nicht an die Bindungsstellen heranlässt.

Die Therapie dauert etwa drei Monate. Ein bis zwei Wochen nach Beginn der Therapie soll der Patient das Rauchen aufgeben. Vareniclin ist ebenfalls verschreibungspflichtig.

Homöopathie

Eine Möglichkeit, den Schmacht nach Zigaretten mit homöopathischen Mitteln zu besiegen, ist Tabaccum LM 6 von Arcana.

Akupunktur

Kleine Nadeln, die an bestimmte Punkte ins Ohr gesetzt werden. Diese Methode erfordert in der Regel etwa zehn „Sitzungen“ bei einem erfahrenen Akupunkteur. Leider wird von den Kosten, die in jedem Fall über 100 Euro liegen, nichts von der Krankenkasse erstattet.

Für welche Methode Sie sich auch entscheiden: Ohne einen festen Willen läuft gar nichts. Kein Raucher wird aufhören, um jemandem einen Gefallen zu tun, oder weil der Arzt es empfiehlt. Machen Sich sich klar, dass Sie das für Sich tun. Sie sparen das Geld, Sie leben gesünder, Sie sind kein Sklave Ihrer Zigaretten mehr.

Damit Sie nicht denken, nach jahrelanger Raucherei ist eh nichts mehr zu retten:

  • Nach zwanzig Minuten normalisieren sich Körpertemperatur, Puls und Blutdruck.
  • Nach vierundzwanzig Stunden fühlt man sich fitter, weil der Kohlenstoffdioxid-Gehalt sinkt und im Blut wieder mehr Sauerstoff ist.
  • Nach ein bis zwei Tagen ist das Nikotin aus dem Körper verschwunden. Geruchs- und Geschmackssinn kommen wieder.
  • Nach einer Woche fällt das Atmen deutlich leichter.
  • Nach drei bis neun Monaten geht der Raucherhusten zurück. Das Immunsystem wird gestärkt, die Lungenfunktion wird besser.
  • Nach ein bis zwei Jahren geht das Herzinfarktrisiko auf die Hälfte zurück.
  • Nach zehn Jahren ist das Lungenkrebsrisiko halbiert.
  • Nach fünfzehn Jahren gleicht das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko dem eines Nichtrauchers.

Das sind doch gute Aussichten, oder? Auch wenn es mit der Disziplin mal hapern sollte, das ist auch kein Beinbruch. Hauptsache man bleibt am Ball.

Allerdings sollte man sich nie der Illusion hingeben, dass eine Zigarette nichts ausmacht, nach dem Motto „eine ist keine“. Unterschätzen Sie nicht das Suchtgedächnis. Es ist da, und es ist stark. Seien Sie stärker!

Wir unterstützen Sie gerne. Sprechen Sie uns an.

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

265 Jahre Adler Apotheke

Samstag, 2. April 2016 23:26

Nein, kein Aprilscherz! Die Adler Apotheke feiert ihren 265ten Geburtstag. 265 Jahre im Dienste der Gesundheit, und darauf sind wir mächtig stolz. Einen kleinen Einblick in unsere Geschichte bekommen Sie hier:

Thema: Apothekerinnentag | Kommentare (0)

Zu niedriger Blutdruck

Donnerstag, 31. März 2016 21:31

Neulich saß ich im Restaurant, als plötzlich neben mir ein erwachsener Mann bewusstlos zusammenbrach. Zum Glück war er recht schnell wieder ansprechbar. Trotzdem wurde die 112 angerufen. Die Helfer waren nach wenigen Minuten zur Stelle. Nach einigen Fragen an den zu behandelnden Herrn wurde der Blutdruck gemessen – und ein Wert von 70 zu 40 festgestellt. Viel zu niedrig! An Ort und Stelle bekam der Patient noch eine Infusion, bevor er zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht wurde.

Nach diesem Ereignis gingen mir viele Fragen durch den Kopf: Was hätte ich machen müssen wenn der Herr nicht ansprechbar gewesen wäre? Hätte ich die erste Hilfe leisten können? Wie ging nochmal die stabile Seitenlage? War wohl ein Medikament in der Infusion? Wenn ja, welches? Was bedeutet zu niedriger Blutdruck und wie entsteht er? Was gibt es Wissenswertes zum Thema Hypotonie (niedriger Blutdruck) zu sagen?

Wir unterscheiden zwischen arterieller Hypotonie und essentieller Hypotonie. Die arterielle Hypotonie beschreibt einen Blutdruck unterhalb einer definierten Normgrenze. In Deutschland spricht man von Hypotonie, wenn der systolische (obere) Wert unter 110mmHg liegt. Der ideale Blutdruckwert beträgt 120/80mmHg.

Wenn der venöse Rückstrom zum Herzen und das Herzzeitvolumen verringert sind, kann es bei schnellem Lagewechsel zu einer Mangeldurchblutung des Gehirns kommen. Schwindel und Bewusstseinsstörungen sind die Folge. „Upps, zu schnell aufgestanden …“

Bei der essentiellen Hypotonie sind keine äußerlichen Ursachen erkennbar. Oft ist ein Flüssigkeitsmangel die Ursache, die ein zu geringes Blutvolumen nach sich zieht. Auch hier sind Schwindel, aber auch Müdigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit, Herzklopfen und Schweißausbrüche typisch.

Andere Grunderkrankungen wie schwere Infektionen oder Schilddrüsenfehlfunktionen können eine vorübergehende Hypotonie auslösen, ebenso wie bestimmte Dauermedikationen (Antidepressiva, Parkinsonmittel, Schilddrüsenhormone und entwässernde Arzneimittel). Auch bei Schlafmitteln kann es zu Kreislaufproblemen kommen, ebenfalls bei Tabak- und Alkoholkonsum.

Eine Kreislaufschwäche ist keine Krankheit, sondern ein Symptom des zu niedrigen Blutdrucks. Der systolische Wert liegt hier im Ruhezustand unter 100mmHg. Wichtig ist die ärztliche Abklärung der Ursachen. Zu den Risikopatienten gehören ältere Menschen. Auch bei Schwangeren ist es wichtig, die Symptome einer Hypotonie mit dem Arzt zu besprechen, denn die Gefahr von Fehlgeburten und Missbildungen ist erhöht.

Betroffene Personen fühlen sich weniger leistungsstark und müde. Ihnen ist oft kalt und schwindelig. In besonderen Fällen sind Bewußtseinsstörungen bis hin zur Ohnmacht möglich.

  • Die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme ist wichtig. Besonders bei hohen Außentemperaturen, bei Fieber oder nach sportlichen Betätigungen.
  • Wechselduschen und Bürstenmassagen stabilisieren den Kreislauf.
  • Das Tragen von Stützstrümpfen stärkt den Venentonus, das Blut kann besser zum Herzen zurücktransportiert werden.
  • Coffeinhaltige Getränke wirken anregend.

Wenn diese Maßnahmen nicht ausreichen, kann man Medikamente oder homöopathische Mittel einnehmen, um den Kreislauf zu stärken. Kreislauftropfen werden vorzugsweise auf Zucker getropft und gelutscht, damit die Wirkung schnell eintritt. Lassen Sie auch entsprechende Globulis langsam im Mund zergehen. Auch Weißdorn als Tee getrunken unterstützt die Herzkraft. Viele Präparate eignen sich auch in der Schwangerschaft. Reichen diese Mittel zur Kreislaufstärkung nicht aus, ist die Einnahme eines Medikaments sinnvoll. Das sollte dann allerdings der Arzt entscheiden.

Jede Apotheke ist in der Lage, Ihren Blutdruck zu überprüfen. Schauen Sie bei uns vorbei wenn Sie meinen, dass die Kreislaufbeschwerden mit Ihrem Blutdruck zu tun haben. Blutdruckmessen geht schnell und tut nicht weh.

Quelle PTAheute Nr. 7 2016

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)

Ich bin sauer

Montag, 29. Februar 2016 22:14

Wann haben Sie diesen Satz das letzte Mal gesagt? Was steckt hinter dem Begriff „sauer sein“? Manchmal steht unser Magen mit diesem Zustand in unmittelbarem Zusammenhang. Genauso sagen wir oft: „Es ist mir auf den Magen geschlagen“. Unser Magen, der uns durch Sodbrennen signalisiert „Reiz mich nicht!“

Was passiert bei Sodbrennen?

Um unsere Nahrung in einzelne Bestandteile zu zerlegen, also um zu verdauen, benötigt unser Magen 0,5%ige Salzsäure. Sie wird in Belegzellen gebildet, und durch die Protonenpumpe aktiv an unseren Magen weitergeleitet. Unser Magen ist mit einer Schleimschicht ausgekleidet, damit die Säure unsere Magenwand nicht angreifen kann. Diese Magenschleimhaut produziert einen Schleim, der Hydrogencarbonat enthält und die Salzsäure puffert. Wenn dieser Vorgang nicht richtig funktioniert, kommt es zu Sodbrennen.

Reichhaltiges Essen kann zu Sodgrennen führen

  Fetthaltige Mahlzeiten können Sodbrennen auslösen

Stress, Nikotingenuss und Alkoholgenuss sind Risikofaktoren, die Sodbrennen auslösen. Zuckerhaltige oder fetthaltige Mahlzeiten lösen ebenfalls Sodbrennen aus.

Wenn durch reichhaltiges Essen oder Übergewicht oder Schwangerschaft ein starker Druck auf den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen ausgeübt wird, fließt Magensäure zurück in die Speiseröhre. Hier entsteht eine Reizung, also Sodbrennen.

Auch wenn im Alter der Schließmuskel erschlafft, und die Säure die Schleimhäute in der Speiseröhre reizt, ist Sodbrennen die Folge.

Was können wir selbst dagegen tun?

  • Nicht zu fettig oder zu süß essen
  • Gründlich kauen
  • Kleinere Mahlzeiten sind verträglicher als große
  • Übergewicht reduzieren
  • Säurelocker wie Alkohol, große Mengen Kaffee oder Nikotin reduzieren
  • Stress möglichst verringern. Entspannungstraining hilft

Bei leichten Beschwerden helfen schon Mittel aus der Naturheilkunde und aus der Homöopathie.

  • Magen- bzw. Beruhigungstee trinken
  • Bolus alba harmonisiert das Verdauungssystem
  • Pulvis stomachicum cum Belladonna wirkt gegen Entzündungen
  • Amara Tropfen werden kurmäßig über drei Monate bei Sodbrennen eingenommen
  • Nux vomica D6 wirkt gegen stressbedingte Magenbeschwerden
  • Rubinia pseudoacacia D6 hilft bei leichtem Sodbrennen
  • Gentiana Magenglobuli unterstützt und reguliert durch die enthaltenen Bitterstoffe das gesamte Verdauungssystem
  • Iberogast oder Gasteo Tropfen wirken harmonisierend und bessern so die Magenbeschwerden

Wann und wie oft leiden Sie unter Sodbrennen?

Fast jeder von uns kennt es, direkt nach kleinen Sünden Sodbrennen zu bekommen. Diese kleinen Sünden beginnen oft mit „s“: sahnig, süß, scharf, sauer, schwer …

Sahnig, süß, schwer ...

  Sahnig, süß, schwer …

Hier kann man sich schnell selbst helfen, indem man ein Medikament einnimmt, welches die überschüssige Magensäure lokal neutralisiert. Entweder ist das Medikament flüssig, in Portionsbeuteln verpackt oder als Kautablette erhältlich. Die Portionsbeutel müssen gut durchgeknetet werden, um die Wirkstoffe gründlich zu vermischen. Die Kautabletten sollten sorgfältig gekaut werden. Die Verträglichkeit dieser Mittel ist gut. Sie wirken 2-4 Stunden und sollten eine Stunde nach dem Essen eingenommen werden.

Wenn Sie schon mit Sodbrennen aufstehen, also immer und nicht nur nach den kleinen Sünden , ist mit den gerade beschriebenen Mitteln nicht mehr viel zu machen. In diesem Fall gibt es andere Medikamente, die aber zum größten Teil, besonders wenn die Beschwerden länger als 14 Tage andauern, verschreibungspflichtig sind. Zwei Wochen können Sie selbst therapieren, danach müssen Sie zum Arzt. Die Medikamente die hier infrage kommen, sind H2 Blocker, z.B. Ranitidin. H2 Blocker blockieren die Bindung von Botenstoffen wie Histamin an die H2 Rezeptoren der Belegzellen des Magens. Damit hemmt man die basale Säureproduktion. Diese Medikamente werden Abends eingenommen, die Wirkung hält 6-10 Stunden an.

Fast jeder von uns kennt es, direkt nach kleinen Sünden Sodbrennen zu bekommen

  … wenn unser Magen uns durch Sodbrennen signalisiert „Reiz mich nicht!“

Eine andere Wirkweise haben Medikamente wie Omeprazol, Pantoprazol und Esomeprazol. Sie werden bei stärkeren und häufigen Magenproblemen eingesetzt. Diese Mittel hemmen die Protonenpumpe der Belegzellen des Magens. Dadurch wird weniger Magensäure gebildet. Die Wirkung setzt nicht sofort ein, sondern erst optimal nach circa 2 Tagen. Diese Medikamente werden 30 Minuten vor dem Frühstück eingenommen.

Auch hier ist eine „Eigentherapie“ nur für einen kurzen Zeitraum (maximal 14 Tage) gedacht. Alles andere muss vom Arzt entschieden und abgeklärt werden.

Treten zusätzliche Symptome wie Schluckbeschwerden, Blut im Stuhl, Magenschmerzen, oder ungewollter Gewichtsverlust auf, muss auf jeden Fall eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Quelle: PTAheute Nr. 4 Febr. 2016

Thema: Nur mal so | Kommentare (0)